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Vierzig Interessierte der 12er Geschichtsgrundkurse des Mariengymnasiums machten sich am Freitag, dem 5.03. in ihrer Exkursion mit ihren Lehrern, Herrn Pottgüter und Herrn Kirschner, in das Ruhrgebiet auf, um die Arbeitsbedingungen der Arbeiter zur Zeit der Industrialisierung zu erkunden. Dazu wurde zunächst die Zeche Zollverein, seit einiger Zeit ein Industriedenkmal und Weltkulturerbe, ausgewählt. Informative Führungen machten den Schülerinnen und Schülern die harten Lebensbedingungen der in der Kohleförderung Beteiligten deutlich. Durch interaktive Animationen konnte der Arbeitsablauf auf der Zeche mit der ehemals größten Tagesfördermenge, täglich 12000 Tonnen Kohle, anschaulich dargestellt werden. Bei einem Blick von der Aussichtplattform konnten nicht nur die Dimensionen der riesigen Industrieanlage ermessen werden, sondern auch die beim Ablöschen des Kokses entstehende Dampfwolke der in der Nachbarschaft liegenden letzten Kokerei versetzte die Beteiligten in Erstaunen. Nicht nur die Menge des Wasserdampfes, sondern auch der Geruch, der alles andere als wohlriechend war, zeigten, dass das Umfeld der Industrieanlagen im Ruhrgebiet wohl nicht zu den bevorzugtesten Wohnlagen gehörte.
Den Kontrast hierzu bildete der folgende Pogrammpunkt. Nach einer kurzen Busfahrt inklusive ausgiebiger "kulinarischer" Stärkung in einem amerikanischen Burger-Restaurant bot alleine schon der Anblick des Parks, der die Villa Hügel umschließt, einen Vorgeschmack auf das Kommende. Die Villa Hügel, im Essener Stadtteil Bredeney gelegen, wurde 1873 von Alfred Krupp errichtet und ist das ehemalige Wohn- und Repräsentationshaus der Industriellen- Familie Krupp. Die Villa hat 269 Räume, 8.100 m² Wohn- und Nutzfläche und liegt in einem 28 Hektar großen Park an prominenter Stelle über dem Ruhrtal und dem Baldeneysee. Interessanter Weise ist dieses gigantische Anwesen in Essen als Einfamilienwohnung eingetragen. Bis zu 600 Angestellte waren zu Spitzenzeiten beschäftigt, um den Wünschen der Familie Krupp in diesem Haus nachzukommen. Da diese natürlich nicht alle im Haus untergebracht werden sollten, ließen die Krupps eine Hausangestelltensiedlung am Rande des Parkgeländes errichten, die auf der Rückfahrt vom Bus aus entdeckt werden konnte.
Bei einer Führung durch das "kleine Haus" konnte der Bedarf an Koks, der für die Stahlerzeugung der Krupps erforderlich war, ermessen werden, da hier unter anderem eine Vorstellung der Stahlproduktion erfolgte. Die nahtlosen Eisenbahnräder, die Krupp so erfolgreich gemacht haben, wurden ebenso wenig verschwiegen wie die Geschützproduktion für militärische Zwecke und die Zusammenarbeiten des kruppschen Imperiums mit den Nationalsozialisten.
Um 16 Uhr bereiteten sich die Schüler angefüllt mit Informationen und Eindrücken auf die Rückfahrt ins heimische Arnsberg vor.