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Schulpartnerschaft

Die Anfänge und die Pflege der Schulpartnerschaft

Im Oktober des Jahres 2008 bekam unsere Schule Besuch eines Missio- Chores aus Uganda, der zur Hälfte aus Schülerinnen unserer späteren Partnerschule bestand. Dieser wurde im Bereich Arnsberg von Josef Mündelein, dem Dekanatsreferenten des Dekanates Hochsauerland West betreut. Aus dieser Betreuung der Schülergruppe wurde für Herrn Mündelein eine Herzensangelegenheit, die sich schon bald auf das Mariengymnasium übertragen sollte. Über Weihnachten reiste Herr Mündelein nach Uganda, um die begonnene Freundschaft zu vertiefen. Von seinen tiefgreifenden Eindrücken in Uganda und an der späteren Partnerschule berichtete er einzelnen Lehrern der Schule, woraus sich die Idee entwickelte, dass wir als Schule z.B. im Rahmen des Tages der offenen Tür etwas für die St. Andrea Kaahwa-Comprehensive School unternehmen könnten. Gern war Herr Mündelein bereit, den Schülerinnen und Schülern der Klasse 8 b einen bildgestützten Vortrag über Uganda und seinen Besuch an der Schule zu halten. Mit Herz und Hand gingen die Schüler nun am Tag der offenen Tür im Jahr 2009 daran, Kaffee, Kuchen und Schokoladenspieße für den guten Zweck zu verkaufen. Unterstützt wurden sie von den Eltern, die bereitwillig die Zutaten spendeten, sodass ein großer Reinerlös erzielt werden konnte, der einer Patenschaft für eine Schülerin zugute kommen sollte. Übergeben werden konnte das Geld in einer netten Feierstunde persönlich, da Basirisa Asiimwe, Lehrerin an der St. Andrea Kaahwa Schule als Gast der Mündeleins über Weihnachten in Arnsberg weilte. Zu diesem Zeitpunkt konnten weitere Lehrer Kontakt mit einer Lehrerin aus Uganda knüpfen, da Basirisa gern bereit war, im Pädagogikleistungskurs über das Schulsystem in Uganda zu berichten.

Das Engagement der Schüler, die mittlerweile die neunte Klasse besuchten, erwies sich jedoch nicht als Eintagsfliege, da zum einen Briefkontakt mit dem „Patenkind“ der Klasse gehalten wurde und zum anderen von Seiten der Schüler Überlegungen angestellt wurden, wie der Ertrag für Uganda am nächsten Tag der offenen Tür erhöht werden könnte. Die Schule in Uganda war für die Schüler zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls schon zur Herzensangelegenheit geworden. Ein Besuch des Direktors der ugandischen Schule, Father Rogers Beriia, der in Deutschland zu der Zeit promovierte, intensivierte den Kontakt noch.

Die Überlegungen und Anstrengungen am Tag der offenen Tür zeigen Wirkung. Die Produktpalette wurde erweitert. So konnte neben Getränken und Kuchen und Sanwiches, Waffeln und Popkorn angeboten werden. Zudem war Dekanatsreferent Mündelein, wie im Vorjahr, mit einer Vielzahl von eindrucksvollen Fotos der ugandischen Schule vor Ort, über die die Schüler an einem Infostand den Gästen aufgrund eines weiteren Vortrages des Dekanatsreferenten ausführlich berichten konnten. Aufgrund der sich daraus ergebenden Spenden und der Umsatzsteigerung konnten nun sogar zwei Kinder für ein Jahr unterstützt werden. An der St. Andrea Kaahwa Comprehensive School, die sehr ländlich im Bereich der Bistumsstadt Hoima liegt, befinden sich viele Schüler, die als Bürgerkriegs- oder Aids- Waisen einer Unterstützung bedürfen.

Nach zweimaligen Aktionen für die Schule und mehreren Besuchen durch Lehrpersonal aus Uganda entstand die Idee, dass eine feste Partnerschaft mit der katholischen Schule in Uganda für beide Seiten eine gewinnbringende und sinnvolle Neuerung darstellen könnte.

Schon im Mai 2010 konnte die angedachte Partnerschaft bei einem Besuch des Direktors Rogers im feierlichen Rahmen zelebriert werden. Seitdem ziert beide Schulen ein Messingschild, welches auf die enge, partnerschaftliche Verbundenheit der beiden katholischen Schulen hinweist.

Father Rogers nimmt den Spendencheck entgegen.

Die guten Erfolge am Tag der offenen Tür konnten auch im Folgejahr gesteigert werden. Die ehemaligen Neuner von Herrn Kirschner waren nun zwar Oberstufenschüler, aber viele ließen es sich nicht nehmen, die 5a, die unter Leitung von Frau Wolf und Herrn Kirschner, das Erbe an dem Tag der offenen Tür antraten, tatkräftig zu unterstützen. Die Fünfer verstanden ihrerseits mit kindlichem Elan die Aktion voranzutreiben. Neben Kuchen, Waffeln, Kochbüchern, aus Einwegdosen vom Kunstkurs gefertigten Kerzenständern entwickelte sich afrikanischer Saft zum Verkaufsschlager. Zudem wurden afrikanische Klänge auf Trommeln einstudiert, um den Gästen ein landestypischen Eindruck vermitteln zu können. Die Bereitschaft, sich für die Partnerschule einzusetzen, konnte von Jahr zu Jahr auf mehr Schultern verteilt werden und wird von den Schülern sowohl sinnvoll als auch „normal“ empfunden. Erfreulich war dabei natürlich auch, dass der Ertrag erstmals vierstellig wurde, sodass im folgenden Jahr vier Schüler unterstützt werden konnten. Die Geldübergabe wurde für die Schüler der Klasse 5a dann ebenfalls zum Erlebnis, denn Father Rogers und Father Josef nahmen in einer Feierstunde das Geld entgegen. Hierbei konnten erste Englischkenntnisse probiert und gemeinsamer Gesang eingeübt werden.

Herr Kirschner mit den vier Patenkindern 2011

Der längst überfällige Gegenbesuch an der St. Andrea Kaahwa Schule fand im Sommer des Jahres 2011 statt.

In Begleitung des Ehepaars Mündelein flog der Lehrer Jens Kirschner als erster Vertreter des Mariengymnasiums nach Uganda, um die Partnerschaft zu festigen und die Wertschätzung der Partnerschaft seitens des Mariengymnasiums zu dokumentieren.

Neben bleibenden Erinnerungen aus dem ostafrikanischen Land konnte sich Herr Kirschner ein genaues Bild von der Entwicklung der Partnerschule machen. Die Herzlichkeit des Empfangs, die Offenheit der Schüler und Lehrer, die Gespräche, viele Einblicke in den Unterricht und die Besichtigung der Schule vermittelten tiefe Eindrücke, aber auch ein Gespür dessen, was dringend benötigt wird.

Ein weiterer Besuch 2013 vertieften diese wichtigen Eindrücke. Zudem leisteten zwei ehemalige Schüler als Missionar auf Zeit, angeregt durch ihre Eindrücke am MGA, wichtige Hilfe in Uganda, wobei ein Besuch der Partnerschule natürlich auch ein Muss war.

Die Eheleute Pottgüter besuchten als Lehrer am MGA ihren Sohn während seiner Zeit als Missionar auf Zeit und konnten somit ebenfalls Einblicke vom Schulleben und der Entwicklung an der St. Andrea Kaahwa Schule gewinnen.

Die Unterstützung mit Herz, Hand und Fuß

In einem Elternbrief und Plakaten in der Schule wurden Eltern und Schüler nach den Sommerferien informiert und aufgefordert, den Schuhbestand ihrer Kinder auf alltagstaugliche, gute Schuhe zu durchforsten, die keine Verwendung mehr finden.

In den Wochen vor den Herbstferien gaben zahlreiche Schülerinnen und Schüler alltagstaugliche, gebrauchte Schuhe sowie Geldspenden für den Transport der Schuhe im Lehrerzimmer ab. Sowohl der Vorraum des Lehrezimmers als auch der Raum, in dem der Hausmeister die Schuhe unterbrachte, erinnerten an ein Schuhgeschäft. Teilweise waren die abgegeben Schuhe neuwertig, sodass die Freude der bedürftigen Schüler an unserer Partnerschule in Kooki Haibale groß sein wird. Grade in den ländlichen Gegenden Ugandas ist die Möglichkeit des Erwerbs guter Schuhe eingeschränkt, von den Kosten ganz zu schweigen. Insgesamt wurden über 500 Paar Schuhe in 14 Paketen verschickt. Beim Sortieren, Verpacken, Wiegen und Beschriften der Pakete waren dann natürlich wieder viele Schülerhände gefragt. Eltern, der Förderverein sowie die Sparkasse machte die sehr kostenintensive Verschickung der Pakete durch ihre Spenden möglich.

Da die ersten Pakete kurz vor Weihnachten angekommen sind, konnte Godfrey, der Schulleiter der St. Andrea Kaahwa Comprehensive school bei Schulbeginn Anfang Februar mit der Verteilung der Schuhe an die bedürftigsten Schüler beginnen, sodass diese dann ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk erwartete.

Dieser Einsatz für die ugandische Partnerschule war ein kleiner Beitrag für das Mariengymnasium, wo Schüler die Sinnhaftigkeit ihres Einsatzes erkennen konnten, jedoch für die begünstigten Schüler in Uganda ist diese Schuhspende ein Glücksfall.

Die Rückmeldung aus Uganda war ebenfalls positiv, sodass Schuhaktionen bisher dreimal für unsere Partnerschule durchgeführt wurden.

Die noch junge Schulpartnerschaft zweier katholischer Schulen, deren Grundvoraussetzungen unterschiedlicher nicht sein könnten, ist als ein Erfolg anzusehen.

Die Schüler erkennen die Sinnhaftigkeit karikativen Engagements, lenken den Blick auf die Bedürftigkeit ihre Mitschüler im gut 10000 Kilometer entfernten Uganda, erhalten durch Briefkontakt nicht nur englische Schreibanlässe, sondern auch Einblick in das Leben der ugandischen Schüler. Durch Besuche aus Uganda, die seit 2008 regelmäßig erfolgt sind, erhalten einzelne Schülergruppen thematisch Einblick in kursrelevante Themen. Es findet z.B. durch das Einüben von ugandischem Liedgut im Musikunterricht und zur Gottesdienstvorbereitung ein Kulturaustausch statt. Hier ließe sich noch vieles ergänzen, weshalb die Schulpartnerschaft nicht nur für die afrikanische Schule ein Segen ist. In Person von Dekanatsreferent Mündelein und Dechant/Probst Böttcher, der gerne Themen und Elemente, die die Partnerschaft betreffen, in Schulgottesdiensten einfügt, findet eine enge Zusammenarbeit von Gemeinde und Schule statt. Zudem findet die Partnerschaft auch viel Zuspruch in der Stadt Arnsberg, wobei die Presse ein großes Interesse an dem Engagement des Mariengymnasiums entwickelt hat.

Die Partnerschaft steht mittlerweile auf einem breiten Fundament, da sie nicht nur von der Schulleitung und einzelnen Kollegen, sondern auch von einer stetig anwachsenden, begeisterten Schülerschar mitgetragen wird. Erfreulich ist hierbei vor allen, dass nicht nur einige Schüler über mittlerweile seit 2009 Einsatz für unsere Partnerschule zeigen, sondern dass die Begeisterung auch in jüngere Klassen weitergetragen wird.

Seit 2012 unterstützt das MGA 6 Patenschüler und die erste Schülerin, Mary Namyalo, die seit 2009 auf ihrem schulischen Werdegang finanziell gefördert wurde, hat im Dezember 2017 ihr Studium erfolgreich beendet.

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